Leseprobe: Einführung in die Geschichte

Vier Freunde in unserer Welt

Cornelio konnte es zuerst wahrnehmen: Aus weiter Ferne hörte er ein leises Weinen, das weit aus dem All in seine Welt drang. Er lebte mit seinen Eltern und Geschwistern in einem gemütlichen Haus auf einem Planeten hinter der Milchstraße. Das Haus sah ganz anders aus als alle Häuser auf dem Planeten Erde. Eigentlich war es auch nicht wichtig, wie das Haus aussah; niemand auf Cornelios Planeten interessierte sich dafür, denn es gab kaum Sonne, die viel und dauernd Licht verbreiten konnte. Die Häuser brauchten deshalb nur kleine Fenster. Die Bewohner dieses Planeten besaßen unterschiedliche Augen und über den Körper verteilt verschiedene Sensoren, mit denen sie ihre Welt wahrnehmen konnten. Ihr Gehör war zusätzlich gut entwickelt, sie konnten damit weit über ihre Grenzen hinaus hören, selbst das, was auf unserer Erde passierte. Sie konnten mit ihren Sensoren verschiedene Geräusche herausfiltern, die sie gerade interessierten, bzw. nahmen mit ihren unterschiedlichen Augen nicht all das wahr, was auf Erden durch Augen wahrgenommen wird. So streifte Cornelio mit Hilfe seines Hörsensors eines Tages auf der Suche nach seinen Freunden durch das Weltall. Er hatte es sich in seinem Zimmer gemütlich gemacht und hoffte, dass er Kontakt zu seinen Freunden aufnehmen konnte. Die Stimme, die nun leise jammerte, kannte er: Das war doch Stello – was hatte er nun wieder angestellt? Und wo war er? Jedenfalls nicht auf seiner gewöhnlichen Kreisbahn am Rande der Milchstraße. Cornelio sendete eine Botschaft zu seinen Freundinnen Surdita und Undina.

Surdita lebte auf dem Nachbarplaneten, wo es keinerlei Geräusche gab. Mit ihren Flügeln konnte sie alles in ihrer Welt schnell erreichen. So gab es keine Treppen, ihre Wohnungen waren z. B. einfach Türme mit vielen Nischen, in denen sie bequem landen konnte. Cornelio konnte sie aus der Ferne nur mit besonderen Signalen erreichen, die sie als Schwingung wie ein kleines Kitzeln auf ihrer Haut fühlte. Aber das war für ihn kein Problem, mit Hilfe seines Kommunikators konnte er diese besonderen Schwingungen aussenden, die Surdita verstehen konnte.

Auch Undina, die einige Lichtjahre weiter auf dem Wasserplaneten wohnte, erreichte er mit dieser Methode, denn die Freunde hatten sich auf diese Art der Verständigung geeinigt. Durch das Wasser gelangten diese Schwingungen sogar besonders deutlich zu Undina. In ihrer Welt konnte sie alles über Wasserwege erreichen. Selbst die Häuser bestanden aus Wasserbecken; mit unseren Augen hätten wir sie für Schwimmhallen gehalten. Surditas Zimmer war wie eine kleine Grotte eingerichtet, und sie schlief natürlich auf einem Wasserbett. Wollte sie das Wasser verlassen, so brauchte sie ein besonderes Fahrzeug dafür. Natürlich gab es dann in der felsigen Landschaft nicht immer sehr gute Wege, die Fortbewegung an Land war auf ihrem Planeten ziemlich mühsam. Im Wasser jedoch konnte sie sich blitzschnell bewegen.